Der grosse Bär und sein Rudel von Wölfen

Meine fünf Wolfshunde – welche ich liebevoll “meine Pinguinenbande” nenne – sind stets elegant im Smoking unterwegs, führen immer etwas im Schilde und sind garantiert gerade dabei, die Welt zu retten.

Da es sich bei meinem Rudel um eine Mutterhündin und ihre vier Kinder handelt, ist es ein richtiges Wolfspack. Das schürt natürlich den Zusammenhalt und alle weiteren Werte einer Wolfshund-Familie, welche denen der Menschen grundsätzlich sehr nahe kommt. Und ich erhalte dadurch einen tiefen Einblick in das Wesen meiner Hunde, was zu einem tieferen Verständnis führt.

Ich werde von meinem Pack als “Grosser Bär” bezeichnet, weshalb ich wohl zum Häuptling und Medizinmann von “Sitting Dog” ernannt wurde. Dank meinem Namen “Urs” (von Ursus der Bär) und meinem zweiten Malaysischen Namen “Rayas” (von Raya der Grosse oder der Grossartige) heisse ich mein Leben lang schon so – der grosse Bär.

Als Kind – und als “Ursli” oder gar “Schelleursli” – fand ich den Namen weniger amüsant. Seit ich jedoch herausfand habe, dass ich nach dem Grossen Bären benannt wurde und deshalb mein eigenes Sternenbild am Firmament des Himmels habe, kann ich gut damit leben.

Fragt mich heute jemand: Heisst Du wirklich “Grosser Bär”?

So gebe ich zur Antwort: How!?!
Und zeige zum Himmel.

Natürlich fragt mich das niemand! Spiele ich das aber in Gedanken für mich ab, setzen sich alle meine Hunde hin.

Als Oberhaupt und Medizinmann bin ich unentbärlich für das Pack und gehöre irgendwie dazu.


Abstammung

Die Mutter meiner Wolfshündin ist ein reinrassiger “Amerikanischer Wolfshund”, wobei dies in der Schweiz keine offiziell anerkannte Rasse ist. Vom Vater her hat meine “Zima” etwas Deutscher Schäferhund, Sibirischer Husky, Französischer Labrador, Deutscher Rottweiler, und Englischer Beagle mit drin.

Letzteres erklärt, weshalb sie doch ein gutes Stück kleiner geraten ist, als ihre stolze Mutter mit den langen und graziösen Stelzenbeinen.

Ihre vier Kinder – Mei Chi, Jerronimo, Hitam und Little – sind also schon eine ziemlich bunte Mischung, mit ganz viel Power und Raffinesse. Das Ganze wird noch dadurch getoppt, dass Mei Chi und Jerronimo einen Belgischen Schäfer als Vater haben und Hitam und Little einen Königspudel ihren Papa nennen dürfen. Daher sehen alle etwas anders aus, neben dem dass sie ganz verschiedene Charaktere haben.


Der Wolfshund

Wolfshunde sind sehr sensible und feinfühlige Wesen, welche sich doch in einigen Punkten von herkömmlichen Hunden unterscheiden. Ihre Instinkte scheinen stärker ausgeprägt und ihre Anatomie weist geringfügige Upgrades auf, so dass sie sich sehr gut mit allen Rassen von Hunden verständigen können, aber auch sehr ausdauernd und leistungsstark sind.

Starke Familienwerte

Sie haben einen sehr stärk ausgeprägten Sinn für die Zusammengehörigkeit, weshalb sie alle aus dem selben Napf (eine grosse Lasagneform) futtern, ohne sich dabei in die Haare zu kommen.

Anders als bei Hunden oder dem Meschen, ist die Hierarchie bei Wölfen sehr flach gehalten. Mit Autorität und Gewalt erreicht man daher nichts. Sie ziehen sich höchstens zurück und gehen auf Distanz.

Mit Liebe und Achtsamkeit stellen wir uns auf Augenhöhe nebeneinander. Klar gebe ich meinem Pack Halt und Führung! Jedoch tun sie das Gleiche für mich, nur in einer anderen Dimension.

Der Wolfstrab

Zudem verfügt der Wolfshund über einen vierten Gang, über welchen der Hund nicht verfügt – der sogenannte Wolfstrab.

Entgegen dem Gang des Hundes, wo die Beine einer Seite bei jeder Gangart jeweils zusammenlaufen, lässt der Wolfshund beim Wolfstrab beide Beine einer Seite gleichzeitig nach hinten laufen. Dadurch, dass beim Wolfstrab der Rücken gerade bleibt und in keine Torsion verbogen werden muss, spart sich der Wolf viel Energie ein, wobei er doch sehr zügig vorankommt.

Das macht den Wolf oder den Wolfshund zu einem sehr ausdauernden Tier.

Man sagt, dass ein Schäferhund nach 20 Kilometer eine Erholungszeit von ca. 8 Stunden benötigt und dann erneut eine Distanz von 20 Kilometer zurücklegen kann. Dieser Rhythmus kann der Schäferhund sein Leben lang aufrecht halten.

Der Wolfshund hingegen macht 50 Kilometer und benötigt dann gerade mal 6 Stunden Schlaf, um weitere 50 Kilometer zurück zu legen.

Zusammen mit mir und einem Staubsauger, leben sie unweit der Langstrasse, mitten im lebendigen Kreis 4 in Zürich. Wir teilen uns eine 6-Zimmerwohnung (Küche, Badezimmer und Korridor mitgezählt) mit Dachterrasse und haben es uns hier schön eingerichtet. Eingebettet von vier Schulhäusern und einem Kindergarten hinter dem Haus, ist es hier etwas Ruhiger als direkt an der Langstrasse.